Geschichte: Gemeinde Freiamt

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Ortsgeschichte von Freiamt

Auffallend sind die vielen Ortsteile und Wohnplätze in der Gemeinde und dass es in Freiamt kein Freiamt gibt. Der erste Gedanke – Gemeindereform! Das stimmt nur bedingt, zur heutigen Gesamtgemeinde kam 1971 nur das bis dahin selbstständige Ottoschwanden dazu.

Beginnen wir dort und gehen zurück in die Zeit, als hier die Karolinger das Sagen hatten. Ludwig der Deutsche war König und Sohn Karl der Dicke sein Nachfolger. Dieser heiratete 862 die elsässische Grafentochter Richardis, und als Morgengabe gab es unter anderem Kenzingen mit seinem unerschlossenen Hinterland. Mit den geschenkten Besitzungen gründete sie im Elsass das Kloster Andlau. Um die Wende zum 11. Jahrhundert zog dann ein Sippenführer Otto mit andlauischen Untertanen auf die Hochebene und brandrodete den Wald. Durch dieses Roden mit Feuer entstand die Schwendung des Otto und über Otenswant das spätere Ottoschwanden. Auf Grund finanzieller Nöte verkaufte das Kloster 1344 Otenswanden an den Markgrafen von Hachberg; zu dessen Einflussgebiet gehörten da schon große Teile von Freiamt. Hier weisen steinzeitliche Funde oder keltische Ortsbezeichnungen auf eine frühe Besiedlung hin, aber erst die Suche nach Silber und die Gründung des Klosters Tennenbach (1161) brachten der Gegend einen starken Bevölkerungszuwachs.

Die Keppenbacher, ein kleiner Ortsadel, erhielten das Schürfrecht als Lehen von den Zähringern. Mit deren Aussterben ging das Erbe an die Freiburger Grafen und so letztlich zu Habsburg-Österreich. Aufgrund immer geringerer Erträge aus dem Bergbau begann der unaufhaltsame Abstieg, und Wolfram und Walter von Keppenbach wurden zu Raubrittern. Die Adlerklaue in ihrem Wappen wurde zum gefürchteten Symbol in der Umgebung. Als sie es gar zu bunt trieben, zogen 1396 die Freiburger ins Brettental. Die Burg Keppenbach wurde eingenommen und zerstört. Auch nach dem Wiederaufbau kamen die Burgherren nicht mehr auf die Füße. Als sich die Bauern 1525 erhoben, blieben gerade noch ein paar Reste der Umfassungsmauern stehen.

Erfolgreicher agierten die Zisterziensermönche, sie wurden größte Grundbesitzer im Tal. Ihr Land vergaben sie ohne grundherrliche Abgaben und für einen erträglichen Zins als freie Erbleihe und sie boten Freizügigkeit. So genossen die Lehensbauern für die damalige Zeit große Privilegien und waren vor allem an einer erfolgreichen Bewirtschaftung interessiert, da sie das Lehen an ihre Nachkommen vererben konnten. Das Kloster überstand Kriege, Brandschatzungen und Plünderungen, aber 1806 kam mit der Säkularisierung das Ende.

Dem Abt des Klosters verbot es sich als Geistlicher zu richten, so wurde damit ein Vogt beauftragt und Vogt des Klosters wurde bald der Markgraf. Er vereinigte nach dem Niedergang der Keppenbacher alle Herrschaftsrechte in seiner Hand. Und so hören wir 1528 von Simon Trautmann, Vogt im freyen Ampt. Es gab nur noch den markgräflichen Vogt und aus dieser Freivogtei entstand der Name für die politische Gemeinde Freiamt. Als 1809 das Badische Innenministerium sämtliche Sonderrechte der Gemeinde Freiamt per Erlass aufhob, war es vorbei mit all den Vorrechten und Privilegien.

Privilegiert ist man trotzdem: das sah schon Johann Peter Hebel so; er beschrieb 1801 die Pfarrei Ottoschwanden/Mußbach/Brettental als eine Gegend … nah am Himmel.

Jürgen Schneider